The Division 2 (Private Beta)

Wochenend-Ausflug nach Washington

Betas und Demos zu demnächst erscheinenden Spielen haben gerade Hochkonjunktur. Auch Ubisoft/Massive folgen diesem Trend und ich habe sogar eine Einladung zur Private Beta von The Division 2 bekommen.

Natürlich habe ich mich tierisch darüber gefreut, denn ich mochte den Vorgänger wirklich sehr – auch wenn ich nicht hunderte oder gar tausende Stunden in The Division versenkt habe. Ich hatte einfach eine gute Zeit mit dem Spiel und dementsprechend neugierig war ich dann auch auf die Beta des Nachfolgers.

Manhattan - Schnee = Washington

Mein erster Eindruck: Es fühlt sich alles ab der ersten Minute vertraut an. Sicherlich ist Washington eine andere Stadt, aber wenn der Schnee in Manhattan geschmolzen ist, würde ich auf den ersten Blick keinen Unterschied sehen. Ist halt eine typische, amerikanische Großstadt. Das soll jetzt aber keine negative Kritik sein, nur eine Feststellung. Ich mag das postapokalyptische Setting und auch die Art, wie in The Division 2 der Verfall der Zivilisation greifbar vermittelt wird. Ohne den Schnee wirkt alles sogar noch ein wenig überzeugender, weil die Details viel mehr ins Auge springen.

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Ohne Schnee und Nebel sind in The Division 2 mehr Details erkennbar. Ich würde aber nicht von einem großen grafischen Fortschritt sprechen.

Auch die ersten Minuten Gameplay fühlen sich ganz eindeutig nach The Division an. Es sind das gleiche Movement, dieselben Deckungsmechaniken und das gleiche befriedigende Gunplay wie im ersten Teil. Auch das ist wieder nur eine Feststellung. Warum sollten die Entwickler auch funktionierende Systeme über Board werfen? Machen andere Franchises, wie Battlefield und CoD, ja auch nicht.

Es gibt aber auch Neues

Eine neue Stadt und 5 neue Waffen würden allerdings keinen Nachfolger rechtfertigen. Es gibt natürlich noch viele kleinere und größere Neuigkeiten zu entdecken. Alle jetzt aufzuzählen und jede Mechanik bis ins kleinste Detail aufzudröseln würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen und wäre vermutlich auch zu anstrengend zum Lesen.

Ich beschränke mich nachfolgend deshalb auf ein paar Dinge, die mir entweder gut, oder weniger gut gefallen haben.

Ausgeklügeltes Gear Management

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Mal eben mitten im Kampf eine andere Waffe ausrüsten ist kein Problem.

An der Ausrüstung feilen und Waffen konfigurieren könnte ich stundenlang machen und The Division 2 bietet diesbezüglich auch fantastisch viele Möglichkeiten. Das war zwar im Vorgänger auch schon so, aber im Detail wurde vieles verbessert. So ist beispielsweise die Menüführung insgesamt etwas intuitiver und übersichtlicher. Nach kurzer Zeit habe ich mich sehr gut zurecht gefunden und die Navigation verinnerlicht.

Normalerweise käme ich nicht auf die Idee mitten im Kampf an meiner Ausrüstung zu schrauben, aber mal schnell die mitgenommene Shotgun durch ein Snipergewehr ersetzen ist mit ein paar flotten Klicks erledigt. So ist es auch kein Problem auf wechselnde Situationen zu reagieren.

Ich kann leider nicht beurteilen, ob in den Konsolenversionen die Menüs auch so einfach bedienbar sind, aber auf dem PC funktionieren sie sehr gut.

SHD Tech statt Flügelausbauten

Im Vorgänger mussten der Medizinische-, Technische- und Sicherheits-Flügel der Basis ausgebaut werden, damit neue Perks freigeschaltet wurden. Also beispielsweise mehr Sanitätstaschen und Granaten, oder auch mehr Inventarplätze. In The Division 2 muss dafür jetzt SHD Tech gesammelt werden und beim Quartiermeister im Weißen Haus eingetauscht werden. SHD Tech gibt es als Belohnung für das Abschließen von Missionen. Nicht nur für die Story-Missionen, sondern auch für die meisten anderen Aktivitäten.

Im Austausch gibt es aber nicht nur passive Perks, sondern auch neues Spielzeug, wie zum Beispiel Drohnen, Sucherminen und stationäre Geschütze in verschiedenen Ausbaustufen. Einfach herrlich, was das Arsenal so hergibt und ich bin mir sicher, dass ich im finalen Spiel alles ausprobieren will.

Natürlich gibt es aber noch viel mehr Sammelkram. Elektronikteile und anderen Schrott benötigt ihr unter anderem für den Ausbau der Theatersiedlung. Dazu spendet ihr den Krempel und erfüllt zusätzlich noch ein paar Aufgaben, damit beispielsweise ein neues Dach gebaut werden kann. Oder einfach nur eine Spielecke für die Kids. Zur Belohnung gibt es für euch dann Blaupausen, XP, Geld oder irgendetwas anderes mehr oder weniger nützliches.

Viel zu tun, in Washington, D.C.

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Odessa Sawyer ist die Chefin der Theater Siedlung, die ihr nach und nach ausbauen sollt.

Zumindest im Rahmen der Beta gab es nicht gar zu viele unterschiedliche Missionstypen. Lediglich Haupt- und Nebenmissionen, sowie Befreiungsaktionen von gegnerischen Kommandoposten standen zur Wahl. Und natürlich die kleineren, obligatorischen Eventaufgaben, über die ich unterwegs gestolpert bin.

Für eine Beta war aber erstaunlich viel geboten. Ich war inklusive einer Black Tusk Mission (dazu gleich mehr) etwa 8 Stunden unterwegs und habe nicht mal alle Nebenmissionen abgeschlossen. Das lässt mich auf eine sehr lange Spielzeit hoffen! Wenn man den Entwicklern glauben schenken darf, sollte die Kampagne für etwa 40 Stunden Beschäftigung sorgen. Ich werde dann aber wohl eher 50-60 Stunden benötigen, weil ich gerne viel Zeit in das Optimieren meiner Ausrüstung stecke und gerne alle Winkel nach Loot absuche.

Wie abwechslungsreich die Kampagne werden wird, kann ich aber noch nicht abschätzen. Die beiden Hauptmissionen unterschieden sich nicht sonderlich stark von dem, was von The Division bekannt ist. Einem Weg durch eine Location folgen, Gegnerwellen töten, Schalter umlegen, noch mehr Gegner und einen Boss über den Jordan schicken. Ich hoffe, dass Massive noch den ein oder anderen interessanten Twist im Repertoire hat, sonst könnte das Spiel arg repetitiv werden.

The Black Tusk

Die normalen Story-Missionen sind einigermaßen fordernd, aber keinesfalls übermäßig schwer. Ich bin kein wirklich guter Spieler im Sinne von durch die Götter mit Skill gesegnet, aber gestorben bin ich nur einmal durch eigene Blödheit. Hab mich mit meiner eigenen Granate in die Luft gesprengt, die ich versehentlich an die Wand vor mir geworfen hatte, von wo aus sie abgeprallt und vor meinen Füßen gelandet ist. Bumm. Tod.

Wer eine größere Herausforderung sucht, ohne sich grundlos das eigene Leben schwer zu machen, kann im Endgame die Black Tusk Missionen absolvieren. Das sind im Grunde die Story-Missionen, aber mit einer neuen Gegner-Klasse: Den namensgebenden Black Tusk.

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Killer-Roboter am besten zügig ausschalten. Granatwerfer eigenen sich dazu hervorragend!

Die unterscheiden sich nicht nur äußerlich von den normalen Gegnern, sie verhalten sich auch eine ganze Ecke schlauer. Wenn das Gelände es zulässt, flankieren sie von mehreren Seiten gleichzeitig, so dass ich gerne mal einen übersehen habe und ein paar Schüsse unerwartet in den Rücken bekam. Sie hetzen "Killer-Roboter" auf euch, die sogar repariert werden, solltet ihr sie nicht relativ zügig ausschalten. Sie werfen mit Drohnen und Granaten um sich und führen sich allgemein auf, wie die Berserker.

Eine dieser Missionen war in der Private Beta spielbar und ich bin dabei ganz schön ins Schwitzen gekommen. Und verdammt oft gestorben. Ich musste mir wirklich immer wieder was Neues einfallen lassen, damit ich diese mörderische Rasselbande schlussendlich aus dem virtuellen Leben schießen konnte.

Dark, Darker, Dark Zone

Ich konnte der Dark Zone im ersten Teil nicht sonderlich viel abgewinnen, aber Massive hat Besserungen versprochen. So soll es jetzt möglich sein, wertvollen Loot zu sammeln, ohne dieses dämliche Spielchen am Helikopter Landeplatz zu spielen. Ihr wisst schon, einer ruft einen Helikopter, 5 Leute warten brav und irgendwelche Idioten fangen plötzlich an wild um sich zu schießen. Ich hab es gehasst.

Außerdem sollen dedizierte PvP Modi Einzug in die Dark Zone halten. Meines Wissens nach so etwas wie Herrschaft. Würde mich tatsächlich sehr freuen, denn damit kann ich wiederum was anfangen.

Ausprobiert habe ich allerdings nichts von alledem. Ich war zu beschäftigt mit den anderen Inhalten und meine Zeit ist auch am Wochenende begrenzt. Dennoch haben die im Internet kursierenden Informationen zu den neuen Dark Zones (ja, Plural, es gibt drei) dafür gesorgt, dass ich im finalen Spiel wieder reinschauen will. Vielleicht springt der Funke ja diesmal über.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich ausprobieren konnte. Natürlich ist The Division 2 jetzt kein komplett anderes Spiel geworden. Es ist einfach eine sinnvolle Evolution, die aus einem guten Spiel ein noch besseres macht. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und bin jetzt nach der Beta einigermaßen traurig, dass es noch so lange bis zum Release dauert.

Wart ihr auch in der Private Beta unterwegs und wenn ja, wie hat es euch gefallen? Oder wollt ihr einfach so eure Gedanken in Worte fassen? Dann gerne ab damit in die Kommentare!

Einschätzung: The Division 2
gut
gut

Fans von The Division werden sich nach der Private Beta sicherlich schon auf den 15. März freuen. Wir bekommen ein neues Setting und ein in vielen Teilen verbessertes Spiel

Es ist allerdings noch nicht abzusehen, ob neben der Masse an neuen Inhalten auch die Klasse stimmt. Für die Beta war das schon alles in Ordnung, aber vom fertigen Spiel erwarte ich mir etwas mehr, als einfach nur "mehr vom gleichen". Das gilt insbesondere für die Kampagne, die im Vorgänger zwar gut war, aber sicherlich nicht herausragend.

Eure Meinung ist gefragt