ViewSonic XG2730

Zocken in WQHD mit 144Hz

Seit einigen Wochen besitze ich eine AMD Radeon Vega 56, aber beim Zocken in Full-HD langweilt sich das Ding zu Tode. Was also tun? Ganz einfach: Ein neuer Monitor muss her, der WQHD beherrscht.

WQHD (oder manchmal auch als QHD bezeichnet) ist aktuell ein guter Kompromiss für PC-Gamer, die noch nicht bereit sind unfassbar viel Geld in eine High-End Grafikkarte und einen 4K Monitor zu investieren. Klar, die meisten Spiele könnten mit 30FPS in 4K laufen, aber wer will denn bitte am PC mit 30 FPS spielen? Richtig, niemand.

Es darf ein bisschen größer sein

Auf der Suche nach einem geeigneten Monitor bin ich nach langer Recherche auf den ViewSonic XG2730 gestoßen. Mit 27" Bildschirmdiagonale ist der ein bisschen größer als meine alten Monitore, aber WQHD auf 24" macht auch nur bedingt Sinn. Außerdem wirken Spiele auf dem großen Schirm spürbar immersiver, obwohl man ja meinen könnte, dass 3" Unterschied nicht wirklich viel sind. In der Praxis liegen aber gefühlte Welten dazwischen und mein 24" Zweit-Monitor erscheint plötzlich geradezu winzig.

Die Breite des Rahmens muss ich an dieser Stelle jedoch kritisieren. Das ist zwar kein Beinbruch, aber heutzutage geht das deutlich besser. Insbesondere dann, wenn ihr noch einen zweiten, oder gar dritten Monitor habt, versteht ihr sicher die Vorteile eines dünnen Rahmens.

Sehr gute Ausstattung

Der ViewSonic überzeugt in Sache Ausstattung auf ganzer Linie. Der Bildschirm ist stufenlos höhenverstellbar und auch die Neigung ist problemlos auf die eigenen Bedürfnisse einstellbar. Ihr könntet ihn auch horizontal nutzen, was für bestimmte Anwendungsgebiete durchaus Sinn machen kann.

Es gibt zwar nur jeweils einen HDMI 2.0 und einen Displayport-Anschluss, aber das dürfte in den meisten Fällen kein Problem sein. Es sei noch lobend erwähnt, dass ein Displayport-Kabel mitgeliefert wird. Zusätzlich sind noch 2 USB 3.0 Ports verbaut. Bräuchte ich persönlich nicht unbedingt, aber es schadet auch nicht.

Warum die Hersteller heutzutage immer noch unbedingt solche krächzenden Lautsprecher einbauen müssen erschließt sich mir auch nicht. Da war ja der Klang eines alten Wählscheiben-Telefons bei einem Ferngespräch nach Sibirien besser. Bei meiner Wertung ignoriere ich das aber freundlicherweise, da vermutlich kaum jemand die Lautsprecher ernsthaft nutzen würde und einfach alle Monitore diesbezüglich das gleiche "Problem" haben.

Umständliche Einstellungen

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Die physischen Knöpfe sind toll, aber am rechten Rand ungünstig platziert. Auch die USB-Ports sind schlecht zu erreichen in einem Multi-Monitor-Setup.

Die Bedienelemente sind beim ViewSonic dummerweise am rechten Gehäuserand angebracht, was ziemlich ungünstig ist, wenn noch ein Zweitmonitor auf der rechten Seite steht. Die physischen Knöpfe haben aber immerhin einen gut definierten Druckpunkt.

Leider ist aber auch das OSD für die Einstellungen nicht sonderlich intuitiv bedienbar. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich durch die umständlichen Menüs gehangelt habe und alles so eingestellt hatte, wie es mir gefällt. Zum Glück muss das Prozedere in der Regel nur einmal durchgeführt werden, es sei denn ihr wollt immer wieder zwischen verschiedenen Presets wechseln. Ich für meinen Teil verzichte darauf aber gerne.

Bildqualität

Natürlich ist das Bild knackscharf, aber das darf bei einer Auflösung von 2560x1440 Bildpunkten auch erwartet werden. Solltet ihr dennoch das ein oder andere Spiel in Full-HD zocken wollen, so ist das auch kein Problem – der ViewSonic skaliert sauber.

Farben werden mit einer guten Brillanz dargestellt und Schwarz ist schwarz und Weiß ist weiß. Bei eingeschalteter Schwarzstabilisierung kann der Monitor auch dunkle Bereiche in Spielen etwas aufhellen, wodurch man angeblich einen Vorteil bei Multiplayer-Spielen haben soll. Das ist, nun ja, wie soll ich es formulieren, Blödsinn. Die Technik funktioniert zwar, aber in der Praxis bringt das genau gar nichts. Ist halt ein Marketing-Gag.

Die Blickwinkelstabilität ist für ein TN Panel durchaus ok, aber natürlich bei weitem nicht so toll, wie bei einem IPS oder OLED Schirm. Sobald man etwas seitlich draufschaut geht immer mehr Brillanz verloren. Das ist zwar der Technik geschuldet, aber ich habe das auch schon besser gesehen. Mich stört es nicht sonderlich, da ich frontal vor dem Monitor sitze, aber als Zweitmonitor mit leicht verschobenem Blickwinkel wäre der ViewSonic nur bedingt tauglich.

Zocken

Ich habe mir den ViewSonic XG2730 primär zum Zocken gekauft und in dieser Disziplin begeistert mich das Gerät auch am meisten. Wer schon einmal mit mehr als 100 FPS gespielt hat, der spürt den Unterschied zu 60 FPS sofort. Die maximale Bildwiederholfrequenz beträgt 144 Hz, also werden bis zu 144 FPS in Echtzeit dargestellt.

Tipp: Stellt auf eurem Desktop auch 144Hz ein und beobachtet mal den Mauszeiger. So geschmeidig ist der Nager garantiert noch nie über euren Desktop geflogen. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn ihr ein Fenster bewegt.

Natürlich ist es nicht möglich in jedem Spiel 144 FPS zu erreichen und deshalb ist es auch eine gute Sache, dass der Monitor Adaptive-Sync unterstützt. Ich befeuere meinen PC mit einer Radeon Vega 56 und nutze daher die FreeSync-Implementation von AMD. Insbesondere bei Spielen, wo meine Karte mit 60 FPS kämpfen muss, ist das eine tolle Sache. Die unterstützte Range beträgt beim ViewSonic 41-144 Hz, was ein sehr guter Wert ist.

Die Reaktionszeit des Panels wird vom Hersteller mit 1ms angegeben und das ist für Zocker natürlich optimal. Ich kann das zwar jetzt nicht nachmessen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Monitor nicht für eventuelle Lags verantwortlich ist.

Welchen Monitor nutzt ihr eigentlich zum Zocken? Full-HD, WQHD oder vielleicht sogar schon 4K? Braucht ihr 144Hz, oder reichen euch 60Hz? Eure Gedanken sind immer in den Kommentaren willkommen

Fazit: ViewSonic XG2730
85/100
85/100

Aktuell kostet der ViewSonic XG2730 etwa 450€ und ist damit sicherlich nicht der billigste Monitor, den man sich kaufen kann. Allerdings bietet das Gerät auch so einiges und begeistert mich vor allem beim Spielen, aber auch andere Anwendungen profitieren von der hohen Auflösung und dem großen Schirm, beispielsweise Videoschnitt und Softwareentwicklung.

Der etwas zu breite Rahmen und der relativ eingeschränkte Blickwinkel sind meiner Ansicht nach die größten Mankos. Ein paar weitere Punkte muss ich auch noch für die wenig intuitive Bedienung des Einstellungen-Menüs abziehen. Es bleibt aber unterm Strich ein sehr guter Monitor für Spieler.

Eure Meinung ist gefragt