Epic Games Store versus Steam und Co.

Brauchen wir noch eine neue PC Plattform?

Epic Games geht auf Konfrontationskurs zu Steam und will dem Platzhirsch unter den PC Launchern ganz offen die Stirn bieten. Aber brauchen wir wirklich noch eine neue Plattform auf dem PC?

Steam, Origin, UPlay, GoG, Bethesda, Blizzard's Battle.net und jetzt auch noch Epic's Game Store. So ganz allmählich finden sich mehr Launcher auf meinem Desktop, als mir lieb ist. Sieben Accounts mit unterschiedlichen Namen und Passwörtern und dazu kommen noch Xbox, Playstation und Nintendo auf den Konsolen. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr, bei welchem Service ich ein Spiel gekauft habe.

Möglicherweise geht es euch ähnlich und ihr fragt euch auch, warum jetzt unbedingt noch ein weiteres Icon euren Desktop vermüllen soll. Vielleicht boykottiert ihr aber auch alles außer Steam. Oder ihr mögt Steam überhaupt nicht und beschränkt euch auf GoG, weil ihr DRM nicht leiden könnt. Eventuell seht ihr die Dinge aber auch ganz anders – schreibt gerne eure Meinung dazu in die Kommentare.

Ich kann viele Meinungen zu dem Thema gut nachvollziehen, aber für mich steht an erster Stelle die Verfügbarkeit der Spiele. Wenn ich heutzutage zum Beispiel CoD: Black Ops 4 auf dem PC spielen will, dann muss ich mir Battle.net installieren. Früher sind Call of Duty's nur auf Steam erschienen, aber ich persönlich kann mit der neuen Situation leben.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Richtig gut finde ich das alles zwar auch nicht, aber die Plattform-Diversität hat auch Vorteile für uns Gamer. Mehr Konkurrenz. Und die belebt ja bekanntlich das Geschäft. Vor ein paar Jahren gab es außer Steam (und später Origin und Uplay) eigentlich keine nennenswerten Launcher auf dem PC. Der große Vorteil dabei war, dass man noch eine einigermaßen gute Übersicht bewahren konnte und auch keine drölfzig Accounts brauchte. De facto allerdings hatte Steam ein Monopol und konnte seine Bedingungen diktieren.

Egal ob kleiner Indie-Entwickler, oder größerer Publisher, im Grunde folgten alle dem alles überstrahlenden Herrscher über den PC-Spiele-Markt. Bis GoG endlich ein neues Konzept vorlegte und dem Digital-Rights-Managemanet (DRM) eine Riegel vorschob. Ein bis heute einzigartiges Alleinstellungsmerkmal, was der Plattform viel Sympathie einbrachte.

Gestern hat nun Epic Games den Ring betreten und ihren neuen Store im Rahmen der VGA (Video Games Awards) präsentiert. Zu Beginn gibt es noch gar nicht so viel zu sehen in dem neuen virtuellen Einkaufstempel. Da sind lediglich ein paar (sehr gute) Spiele käuflich zu erwerben. Hades, Ashen, Hide and Seek und natürlich das hauseigene F2P "Überspiel" Fortnite. Diverse andere sind aber angekündigt, wie zum Beispiel Dark Siders III.

Strategisch genial

Gerade Fortnite sorgt aber dafür, dass eh schon sehr viele Spieler den Epic Launcher auf ihrer Platte haben und alleine dadurch ist eine kritische Masse erreicht – eine gewisse Anzahl User, die jetzt noch eine Einkaufsmöglichkeit für "Third-Party-Spiele" gratis dazu bekommen. Das ist von einem marktstrategischen Standpunkt aus gesehen absolut genial!

Epic's Marketing-Abteilung stellt sich auch nicht gerade doof an und verspricht, dass ab jetzt und bis Ende 2019 alle zwei Wochen ein Gratis-Spiel zum Download für alle Spieler erscheint, die der neuen Plattform eine Chance geben. Den Anfang machen Subnautica und Super Meat Boy. Gute, relativ aktuelle Indie-Spiele, die Spaß machen und Origin's "Auf's Haus" Aktion, bei der man zuweilen ein uraltes Spiel geschenkt bekommt, mehr als nur beschämt.

Und auch die Entwickler profitieren

Noch genialer ist der nächste Schachzug. Entwickler bekommen mehr Geld von den Einnahmen! Genauer gesagt verteilt Epic 88% an die Softwareschmieden, statt lediglich 70%, wie das Steam, PSN und Co vermutlich in Absprache miteinander praktizieren. Das hat schon jetzt dazu geführt, dass mindestens ein Entwickler Steam verlassen und zu Epic gewechselt ist.

Natürlich ist die Konkurrenzsituation auf der neuen Spieleplattform noch sehr überschaubar und zusammen mit den besseren Bedingungen werden sicherlich noch mehr folgen. Es ist für kleine Indie's ja mittlerweile fast unmöglich Aufmerksamkeit auf Steam zu generieren und von daher erwarte ich, dass zeitnah viele weitere folgen werden.

Einen Wunsch hab ich aber noch!

Ich persönlich bin hauptsächlich neugierig, wie sich die Situation entwickeln wird. Ich gebe dem Ding eine Chance, hab den Launcher eh installiert, da ich ab und an einer Runde Fortnite nicht abgeneigt bin. Ein bisschen nervt mich allerdings die Tatsache, dass ich so viele von den Dingern installiert haben muss, wenn ich nicht verzichten will. Wie wäre es mit einem "Multi-Launcher", der alles unter einem Dach vereint und mir als Gamer, der eigentlich nur spielen will, eine zentrale Stelle zur Verfügung stellt, von wo aus ich alles zocken kann?

Mich interessiert es eigentlich nicht wirklich, ob ein Spiel nun bei Blizzard, Steam, Origin, Epic, oder sonstwo erscheint. Es nervt mich allerdings ein wenig, dass ich so viele Plattformen managen muss. Da muss irgendwann eine praktikablere Lösung her.

Was denkt ihr darüber? Boykottiert ihr grundsätzlich alles außer Steam? Oder seid ihr offen für neue Plattformen? Vielleicht findet ihr ja auch nur den neuen Epic Store überflüssig. Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren!

Über den Author: Timo "Dukuu" Schweda
Dukuu liebt Videospiele und schreibt auch gerne darüber. Auch hängt er gerne mal die krumme Nase in die Kamera und labert dummes Zeug über Videospiele. In seiner Freizeit sollte er lieber mal mehr Sport machen und weniger zocken, damit die fette Wampe ein wenig kleiner wird. Wobei... wen interessiert's?

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