Call of Duty: Black Ops IIII

Der alte Mann und der Tod

Nach einer Woche mit Call of Duty: Black Ops IIII muss ich ernüchtert feststellen, dass weder meine Reaktionen, noch mein Aiming konkurrenzfähig sind. Aber verdirbt mir das die Laune? Nein, ich habe trotzdem irre viel Spaß!

Highspeed Multiplayer Schieß-mich-tot

Meine Güte, sind die alle so schnell. Während ich meine Waffe nach oben ziehe und versuche den Feind ins Fadenkreuz zu nehmen bin ich schon tot. Ich laufe drei Meter und plötzlich springt jemand um's Eck und erschießt mich in Sekundenbruchteilen. Noch bevor ich überhaupt realisiert habe, dass da jemand ist.

Wahnsinn, in keinem anderen Shooter bin ich so schlecht wie in Call of Duty: Black Ops IIII. Woran das hängt? Nunja, zum größten Teil an mir selbst. Ich hab nicht mehr die Reaktionen eines 18-jährigen ADHS Kids und mein Aiming ist unter aller Sau. Beides kann ich in Warface, Black Squad, Battlefield und Co. durch taktisches Vorgehen ausgleichen, nicht jedoch in Call of Duty. Irgendwie habe ich hier auch immer einen Feind im Rücken – zusätzlich zu den Schergen, die von links und vorne kommen.

Boots on the ground? Meistens…

Allerdings macht es einem CoD auch nicht leicht. Die Spielinformationen werden vom Server zum Client mit 20 Hz übertragen, was durchaus dazu führen kann, dass man Gegner einfach viel zu spät sieht. Insbesondere solche Kameraden, die ständig um die Ecken springen. Die sind schon fertig mit ballern, bevor ich sie überhaupt erst sehen kann und das ist natürlich ein Problem. “Dann mach es doch auch so!” sagt ihr jetzt vielleicht, worauf ich dann antworte “Nö, ein alter Sack hüpft nicht :D”. Bringt mir auch nichts, da ich eh nicht gleichzeitig hüpfen und schießen kann. Also, kann ich schon, aber dann treff ich noch weniger.

Der Multiplayer verlangt brutal viel Skill, ganz unabhängig von der schwachen Übertragungsgeschwindigkeit der Daten vom Server. Alte Männer wie ich sind da halt einfach von Natur aus im Nachteil. Ok, ein Elite-Controller könnte hilfreich sein, da man damit eben schon hüpfen und gleichzeitig gezielt ballern kann. Sollte ich vielleicht auch mal in Betracht ziehen.

Wo wir schon bei Nachteilen sind. Das Matchmaking schert sich jedenfalls auch einen Teufel darum, mit wem ihr in ein Match gestopft werdet. Ihr könnt Glück haben und auf Gegner treffen, die in etwa in eurer Liga spielen, oder ihr trefft auf Leute, die zu blöd sind einen rosa Elefanten vor einem grauen Hochhaus zu treffen. Oder ihr werdet von euren Gegnern nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Dann folgt im schlimmsten Fall eine Killstreak nach der anderen und ihr werdet bereits im Spawn von Kampfhubschraubern, Sniper Nestern oder Hellstorm Raketen getötet.

Und es macht trotzdem Spaß!

Ja, der traditionelle Multiplayer-Modus von Call of Duty: Black Ops IIII ist eine Herausforderung für mich. Ich befinde mich in der Regel am unteren Ende der Abschlusstabelle und meine K(A)/D insgesamt befindet sich aktuell auf einem Allzeittief – spieleübergreifend auf allen Plattformen. Dennoch freue ich mich jedes mal auf die nächste Session, will neue Waffen und Taktiken ausprobieren und wenn ich zwischendurch mal eine gute Runde habe, dann schmeckt der Sieg doppelt so gut! Wenn der Sieg zu einfach ist, macht es eben auch keinen Spaß.

Blackout im Blackout

Der neue Battle Royale Modus kommt mir ein wenig entgegen. Alles ist zwei Nummern langsamer, Feindkontakte sind seltener und mit Taktik kommt man recht weit. Zumindest so lange man noch nicht im Endgame angekommen ist, oder man so wahnsinnig ist gleich zu Beginn an einem der Hotspots zu landen. Auch habe ich das Gefühl, dass im Durchschnitt das spielerische Können meiner Gegner in Blackout nicht ganz so ausgeprägt ist, wie im Multiplayer-Modus. Jedenfalls gehe ich hier öfter mal als Sieger aus einer Eins gegen Eins Situation hervor.

Allerdings steigt mein Adrenalin-Spiegel gegen Ende einer Runde immer weiter und so kommt es bei mir zum unvermeidlichen Blackout. Mit zitternden Händen greife ich dann zu meinem Bierchen und muss mich erstmal wieder herunterfahren, bevor ich wieder waghalsig aus dem Kampfhubschrauber springe und einen neuen Anlauf wage.

Besser als die Konkurrenz

Black Ops IIII macht eigentlich gar nicht mal so vieles anders oder besser, als PUBG und Fortnite, aber gerade diese Kleinigkeiten machen die Battle Royale Interpretation von Call of Duty für mich zur besten auf dem Markt. Bei PUBG nervt mich das hakelige Movement und die unbefriedigenden Waffen und der “Bauzwang” in Fortnite geht mir überhaupt nicht ab. Ich baue in Fortnite nie, kommt eh nix dabei raus.

CoD kommt ganz ohne Schnick-Schnack aus und konzentriert sich auf das Wesentliche. Sauberes Movement, exzellentes Waffenhandling, eine schön designte, große Karte. Mehr braucht ein gutes Battle Royale auch nicht.

Untote Menschenfresser

Man nennt sie auch Zombies. Von denen kann man im Zombie-Modus hunderte über den Haufen ballern und nebenbei noch irgendwelche Rätsel lösen, Zugänge öffnen oder verrammeln und Waffen b.z.w. Munition kaufen. Das macht alles jede Menge Spaß, allerdings habe ich noch nicht gar zu viel Zeit mit den fleischfressenden Biestern verbracht. Dementsprechend überfordert bin ich derzeit auch noch von den vielen Optionen, Anpassungen und Strategien, die geboten sind.

Das ist zwar alles ganz toll, aber für jemanden, der in der Vergangenheit nicht viel mit den Call of Duty Zombies am Hut hatte, gar nicht so einfach zu erfassen. Es gibt wohl auch einen Einsteiger-Modus, allerdings ist es mir nicht gelungen einem solchen Match beizutreten. Schade, das würde mir das (Über-)Leben möglicherweise ein wenig erleichtern.

Freude am Sterben

Ja, ich sterbe oft. Ziemlich häufig in den hitzigen Multiplayer-Schlachten, manchmal ein wenig zu früh im Battle Royale und zuweilen werde ich auch noch von Zombies gefressen. Letzteres möchte ich in Zukunft auch noch weiter erforschen. Dennoch lasse ich mir nicht die Laune verderben, sondern sehe es als Herausforderung. Übung macht schließlich den Meister und nicht Kapitulation. Wahrscheinlich werde ich trotzdem niemals mit den besseren Spielern mithalten können, aber ein bisschen besser geht schon noch.

Um das zu erreichen werde ich also weiterhin nach Feierabend ein paar Runden auf den Schlachtfeldern drehen und vermutlich noch viele Male das Zeitliche segnen. Und dabei auch noch Spaß haben!

Über den Author: Timo "Dukuu" Schweda
Dukuu liebt Videospiele und schreibt auch gerne darüber. Auch hängt er gerne mal die krumme Nase in die Kamera und labert dummes Zeug über Videospiele. In seiner Freizeit sollte er lieber mal mehr Sport machen und weniger zocken, damit die fette Wampe ein wenig kleiner wird. Wobei... wen interessiert's?

Kommentare

ABC
Dieses COD setze ich aus. Dieses Setting habe ich vor WWII bis zum Erbrechen durchlaufen. Ich kann keine weitere Stunde mehr mit laufen. (Aktuell spiele ich den berühmten Western auf dem Hause R-Star und Genieße die alten Waffen...) Aber: ich wünsche allen viel Spaß mit BO4!!!!
Dukuu
@ABC Zur Abwechslung spiele ich auch gerade diesen Western von R* ;) Ist immer lustig, wenn ich switche. Erst 2 Stunden in CoD total irrwitzig schnelle Action und dann voll die Bremse reinhauen. Bislang finde ich Red Dead Redemption 2 übrigens wirklich sehr gelungen, auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe. Die ändern allerdings nichts daran, dass RDR2 ein großartiges Spiel ist :)
Haby
@Dukuu: Jp, das ist wiklich mal ein anderes Spezial wie die anderen; so einen Artikel bekommt sieht man bei anderen Gaming–Magazinen nicht. / Ist echt coll geworden, besonders wie du deinen Umgang mit COD beschreibst. / Das gibt den Artikel gleich nen ganz anderen Flair.
Dukuu
@ Danke :) Wollte einfach nicht den gleichen Sch.. schreiben wie alle anderen :D Ich verstehe eh nicht, warum Reviews im Grunde in jedem Magazin gleich sind. Immer dieses Schema F. Nachdem ich auf 3 verschiedenen Seiten im Grunde den gleichen Text gelesen hatte, hab ich meinen ersten Ansatz verworfen, der ins gleiche Horn geblasen hat, und mich dann für eine andere Herangehensweise entschieden.
Haby
@Dukuu: Finde ich gut so. / Fählt mir auch immer bei Reviews auf das alle immer nach den gleichen Schema sind. Find ich echt schade, da bei solchen Reviews der Schame fehlt. | Da tut es einfach gut mal eine andere Sorte von Review zu lesen.
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