Apex Legends

Das Battle Royale Titanfall ohne Titans

Das ging ja schnell. Samstag tauchten die ersten Gerüchte auf, Montag Abend wurde Apex im Twitch-Stream enthüllt und war direkt spielbar. Was hat Respawn da gebaut und taugt das was?

Ich persönlich hätte von Respawn eher ein Titanfall 3 erwartet und erhofft, aber das wird wohl auf absehbare Zeit nichts werden. Die Entwickler haben schon kommuniziert, dass Apex Legends ihr neuestes Baby ist und sie langfristige Pläne haben.

Was ist Apex Legends eigentlich?

Manch einer wird jetzt sicher mit den Augen rollen und behaupten, dass Apex das drölfzigste Battle Royale Spiel ist, das in 4 Wochen wieder verschwindet. Kann sein, muss aber nicht, denn es ist keine Kopie der großen Platzhirsche PUBG, Fortnite und Blackout. Respawn Entertainment hat sich sichtlich um Eigenständigkeit bemüht, um eine Nische zu finden und zu besetzen.

Grundsätzlich folgt das Spiel aber natürlich den Battle Royale Prinzipien. 20 Teams zu je 3 Spielern plumpsen auf eine mittelgroße Map, die sich immer weiter verkleinert, und bekriegen sich so lange, bis nur noch ein Team übrig bleibt. Einen Solo-Modus gibt es nicht und ich glaube das würde auch wenig Sinn machen, denn das Spiel ist voll auf Teamplay ausgelegt.

Wie unterscheidet sich Apex von den anderen?

Apex Legends mischt ein wenig Overwatch in die Battle Royale Formel, indem es 6 frei verfügbare und 2 erspielbare (bzw kaufbare, dazu später mehr) Helden Charaktere mit sehr spezifischen Fähigkeiten ins Spiel bringt. Zu Beginn einer Runde wählen die Teammitglieder nacheinander ihren Charakter aus und sind dann für das Spiel darauf festgelegt.

Allen Helden gemein ist die Fähigkeit der Wiederbelebung und Heilung. Liegt ein Spieler am Boden, kann er wieder kampffähig gemacht werden. Im Todesfall schnappt ihr euch einfach die Hundemarke des Toten und rennt zu einer Wiederbelebungsstation, um den Kameraden respawnen zu lassen. Das ist natürlich nicht ganz ungefährlich, aber ungemein reizvoll.

Wer Titanfall kennt, kommt auch ziemlich schnell in Apex zurecht. Das Movement und auch das Gunplay sind sehr ähnlich, allerdings gibt es keine Wallruns und auch keine Doppelsprünge. Insgesamt bleibt man quasi am Boden der Tatsachen, aber Apex ist mit Sicherheit eines der schnellsten Battle Royale Spiele. Die Bewegungsgeschwindigkeit ist sehr hoch und entfaltet dadurch eine unheimliche Dynamik.

Nichts für Einzelkämpfer

Im besten Fall bleiben die Teams nahe beisammen, damit sich ihre Fähigkeiten ergänzen und im Notfall geholfen werden kann. Ich habe zwar erst 6 Runden gespielt, aber offenbar scheinen das auch meine Mitspieler verstanden zu haben. Ihr könnt euch zwar absetzen, aber damit verringert ihr eure Überlebenschancen erheblich.

Eine weitere tolle Sache ist das Anpingen von Loot oder Zielen. Auf einfachste Art und Weise entsteht so eine effektive, wortlose Kommunikation. Teams, die regelmäßig pingen verbessern so erheblich ihre Siegeschancen.

Normalerweise würde ich bei teamfokussierten Shootern davon abraten mit Randoms zu spielen, aber durch die ausgeklügelten Mechaniken funktioniert das wirklich erstaunlich gut. Klar, wenn ihr Leute erwischt, die das Spiel gar nicht kapieren und einfach abhauen, habt ihr natürlich Pech. Aber das Spiel macht vieles dafür, dass das nicht unbedingt passieren muss.

Technisch sauber

Ein paar Worte möchte ich noch über die technischen Aspekte verlieren. Grafisch ist Apex wirklich solide, wenn man bedenkt, dass die uralte Source-Engine als Unterbau dient. Respawn Entertainment hat die Engine jedoch stark modifiziert und für die Gegenwart tauglich gemacht. Natürlich nicht mit Battlefield V vergleichbar, aber dennoch wirkt alles ansehnlich.

Ein positiver Nebeneffekt ist dabei, dass Apex offenbar recht genügsam ist, was die Systemanforderungen angeht. Auf meinem PC, der irgendwo in der oberen Mittelklasse anzusiedeln ist, läuft das Spiel in WQHD und Ultra Einstellungen extrem flüssig mit über 100 FPS.

Auch die Server scheinen stabil zu sein. Ich hatte jedenfalls keine Abstürze, Timeouts, Lags oder ähnliche giftige Probleme. Gerade am Release Tag ist man so etwas gar nicht mehr gewohnt.

Fair 2 Play oder Pay 2 Win?

Apex Legends setzt auf das F2P Geschäftsmodell, aber irgendwie muss es ja trotzdem finanziert werden. Zu diesem Zweck gibt es einen Shop, in dem ihr euch allerlei kosmetischen Krams kaufen könnt. Das Zeug braucht aber niemand unbedingt.

Zwei der Helden sind ebenfalls käuflich erwerbbar, aber ihr könnt sie auch erspielen. Ich kann jetzt nur schwerlich abschätzen, wie lange man zocken muss, um sich einen neuen Charakter gönnen zu können, aber tendenziell glaube ich, dass es einigermaßen gut machbar ist.

Wer Geld ausgeben will, bekommt für 10€ 1000 Credits und ein Held kostet 750 Credits. EA Access Abonnenten bekommen 10% Rabatt und außerdem 1000 Credits geschenkt. Das ist meiner Meinung nach absolut fair!

Ich finde es zwar ein wenig schade, dass Respawn nicht an Titanfall 3 werkelt, aber mein erster Eindruck von Apex Legends ist durchaus positiv. Leider keine Titanen, die fänd ich im Endgame eigentlich noch ziemlich geil.

Habt ihr Apex schon ausprobiert, oder ist Battle Royale grundsätzlich nichts für euch? Eure Meinung ist wie immer gerne in den Kommentaren gesehen.

Über den Author: Timo "Dukuu" Schweda
Dukuu liebt Videospiele und schreibt auch gerne darüber. Auch hängt er gerne mal die krumme Nase in die Kamera und labert dummes Zeug über Videospiele. In seiner Freizeit sollte er lieber mal mehr Sport machen und weniger zocken, damit die fette Wampe ein wenig kleiner wird. Wobei... wen interessiert's?

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